History - die Entwicklungsgeschichte meiner Slowflyer-Konstruktionen
Saison 2004-2005
Wir erinnern uns aus Teil 3, neues Konstruktionsziel war ein geeignetes Modell für Aeromusicals. Ende der Frühjahrssaison 2004 ließ mich eine Idee nicht mehr los: Ein Flugzeug in Shockflyergröße, selbstverständlich mit "richtigem" Rumpf, Pendel-HLW und Flächen aus einem dünnen Profil, bei dem eine Depronplatte um einen Holm "gefaltet" wird. Das Prinzip der Flächensteckung wurde vom Monsoon übernommen. Herausgekommen ist die EDGE-TREME, wie der Name schon sagt, ein Edge 540 T-Verschnitt für extreme Flugmanöver.
Wie sich herausgestellt hat, ist das Pendel-HLW für einen Funflyer sehr gut geeignet und ermöglicht in Verbindung mit dem kurzen Hebelarm extreme Überschläge, wie ich sie indoor noch selten gesehen habe. Für AeroMusicals ist das Pendelruder allerdings etwas zu arg wirksam. Als Extrem-Funflyer macht das Modell aber so viel Spaß, dass ich jetzt auch eine Bausatzvariante in Angriff nehmen werde. Dabei werden die Flügel einfach als 6 mm Brettflächen ausgeführt, wodurch sich Bauaufwand und Preis reduzieren werden. Mehr auf der Website zur Edge-Treme.
EDGE-TREME
Prototyp der EDGE-TREME - ca. 850 auf 800 mm bei 250 g mit Hacker-Antrieb.
Der Indoor-Kunstflug boomt und entwickelt sich mit atemberaubender Geschwindigkeit. So auch die Regelwerke: Ein neues Wendefigurenprogramm ist bei der FAI eingereicht und wird demnächst geflogen werden.
Die Anforderungen sind klar: Enorme Wendigkeit, trotzdem hohe Präzision und langsame Fluggeschwindigkeit, damit man mehr Zeit zur Verfügung hat.
Zusammengefasst sprechen diese Kriterien für leichte Doppeldecker, die durch die geringe Flächenbelastung gerade in engen Abfangradien Vorteile haben. Zusätzlich scheint eine raue Styroporoberfläche vorteilhaft zu sein.
Diese Erkenntnisse haben mich zur Konstruktion eines neuen F3AI-Wettbewerbsmodell motiviert, herausgekommen ist der SlowRide. Der Prototyp fliegt schon recht gut. Ich will das Gewicht noch optimieren und evt. die Ruderflächenverhältnisse nochmal leicht überarbeiten, dann startet die Entwicklung der Bausätze. Mehr Infos auf der Website des SlowRide...
SLOW RIDE
Prototyp des SlowRide - ca. 850 auf 950 mm bei 230 g mit mfly 180-Antrieb.
Bald stand dann auch schon die Indoor-DM 2005 vor der Tür. Geflogen wurde erstmals das neue Wendefigurenprogramm F3AI-A, bestehend aus umgedrehter Kuba-Acht, halbem Messerflugkreis, Looping mit 1/2 Rolle oben, Negativturn mit 1/2 Rolle, Dreiecksloop mit 1/2 Rolle oben, halbem Rückenflugkreis, Rollenkreis mit 1er Rolle, hohem Hut, 2/4-Punktrolle, Neg.-Neg.-Pos.-Humpty, Torquerolle. In einer normalen Dreifachturnhalle erfordert das enorme Wendigkeit bei langsamer Fluggeschwindigkeit. Ein Anreiz, den SlowRide nochmal zu optimieren. Herausgekommen ist ein 172 g schweres Modell mit leicht kürzerem Hebelarm, nochmal etwas überarbeiteten Ruderflächen und größeren Luftbremsen an den Flügelstreben. Am Ende hat es für Platz 5 in der Pflicht gereicht, bei einer ungeahnten Leistungdichte kann ich sehr damit zufrieden sein.
SLOW RIDE
Mein SlowRide für die DM 05, abgespeckt auf 172 g Fluggewicht, sonst fast unverändert.
Indoor-Flieger in der Silhouetten-Bauweise sind schon seit einiger Zeit in. Der geringe Bauaufwand und vorallem die unproblematischen Flugeigenschaften im Freestyle und 3D sind Vorzüge dieser Bauweise. Profilierte Modelle fliegen sauberer, müssen aber auch mit wesentlich mehr Zeitaufwand optimiert werden. Deswegen setze auch ich zur Zeit ein Kreuzrumpf-Modell für AeroMusicals und das Freestyle-Training ein. Seit ca. 1 Jahr habe ich mich mit der Optimierung beschäftigt, und mittlerweile ein Modell kreeiert, was im engen 3D-Flug wie auch in dynamischen Passagen mit Snaps überzeugen kann. Als Vorbild dient eine SU 26 MX, das Modell ist allerdings stark gestreckt, um die Flugeigenschaften zu verbessern. Bei der DM 05 konnte ich damit den 2. Platz bei AeroMusicals erreichen. Bausätze sind längerfristig geplant.
SU 26 MX
SU 26 MX, optimiert für AeroMusicals und 3D-Freestyle. 900x900 mm bei ca. 165 g Fluggewicht.
>>> Mein AeroMusicals-Programm 2005 ist unter Videos zu finden.
Saison 2005-2006
Mir kam mal wieder eine Idee. Die Kreuzrumpf-Bauweise für AM oder Freestyle eignet sich zwar hervorragend wegen unproblematischer Flugeigenschaften, sie hat aber auch deutliche Nachteile. In der Luft sehen alle Shockies nahezu gleich aus und die Optik leidet sowieso recht stark. Außerdem scheint sich das Brettprofil bei "höheren" Geschwindigkeiten in der Halle nicht zu stabilisieren, andere vollsymmetrische Profile wie beim SlowRide oder Monsoon tun dies aber. Die Wendigkeit und Agilität mit einem anderen Flächenprofil hinzubekommen oder zu überbieten ist kein Problem, aber die Gutmütigkeit und die 3D-Eigenschaften leiden oft.
Geboren war der Gedanke zur Hybridbauweise. Dabei ist der Rumpf vorne voll aufgebaut und geht in eine Silhouette über. Genauso bei der Fläche, 15 mm Brettprofil gehen in ein "richtiges" Profil (aus Styro geschnitten) über, dahinter kommen wieder ca. 15 mm Brettprofil. Die Sache fliegt schon recht gut und sieht vorallem in der Luft wie ein "richtiger" Flieger aus. Die SU braucht dabei nicht einmal Tiefziehteile, die Rundungen sind einfach aus Styropor geschnitten (ca. 3 mm stark). Darunter ist das Modell wie die normale SU weiter oben aufgebaut. Z.Zt. ist mein Querruderservo etwas schwach für die beiden Riesenlappen, da muss ich noch was tun. Aber das Konzept wird auf jeden Fall weiterentwickelt. Die Stärken im dynamischen Fliegen sind schon deutlich zu erkennen.
SU 26 MX in Hybridbauweise
SU 26 MX in Hybrid-Bauweise. Ein neues experimentelles Konzept, was ich von nun an weiterentwickeln werde.
Daten: Spw./Länge: 900 mm, 155 g, Depron/Styro-Rumpf mit Depron-Styro-Fläche (Profilruder), Mfly 180-08-10Y @ GWS 9 x 4.7 und 2 Z
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Seit einiger Zeit bilden die Verstellpropeller eine neue Sparte im FreeStyle-Fliegen. Einige Betrachtungen und Hilfen finden Sie bei den TIPPS.
Nach einigen Experimenten war klar: Um ein Modell für den Rückwärtsflug mit zu optimieren, muss es möglichst symmetrisch aussehen. Allerdings soll das Hauptaugenmerk nach wie vor der Vorwärtsflug bleiben, also ist wie immer ein Kompromiß das Ideale.
Etwas um die Ecke gedacht, und schon war wieder mal ein neues Konzept geboren: Das Verstellpropellermodell mit Mittelmotor. Als Basis kann jeder Shocky dienen, hier mußte meine SU herhalten. Die Haube wird etwas erhöht und die Fläche etwas zurückversetzt. Vorne kommt noch ein Fake-Spinner aus festerem Schaumstoff drauf, und fertig ist die Sache.
Einige theoretische Gedanken zur Modellauslegung in Modell 10/05 - Die 4. Dimension, Verstellpropeller für Slow- und Parkflyer. Die Mittelmotorbauweise hat außerdem noch den immensen Vorteil, dass die Mechanik sehr geschützt ist und so gut wie nichts mehr kapputtgeht.
Auf der Messe Friedrichshafen 2005 habe ich das Modell dann vorgeflogen, mit unheimlich viel positiver Resonanz. Es sind wieder ganz neue Figuren möglich und das Modell läßt sich rückwärts wesentlich besser kontrollieren als ein konventionelles Frontantriebsmodell.
Überzeugen Sie sich bei den VIDEOS.
SU 26 MX mit Mittelmotor-Verstellpropeller
SU 26 MX mit Mittelmotor-Verstellpropeller. Sehenswertes unter VIDEOS !
Daten: Spw./Länge: 900 mm, 190 g, Slowflyworld-DW8/24 mit Slowflyworld-Mechanik und 3s1p Tanic 470
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